//Gastbeitrag von Nicola Hemshorn und Isabell Sadowsky

Gastbeitrag von Nicola Hemshorn und Isabell Sadowsky

Das NICISA-PRINZIP

ERFOLGREICH ICH SEIN

Job, Karriere, Kinder, Weiterentwicklung,
Selbstbestimmung – läuft doch!
Warum frau dennoch von Gleichberechtigung
weit entfernt ist und wie wir uns empowern.
Ganz frau, ganz ICH und ganz Ge W.I.N.erin sein!

Frauen Power, Me2 und Gleichberechtigung sind Themen, die zurzeit in den Medien sehr präsent sind. Frauen sind sichtbarer denn je in sozialen Netzwerken und machen dort ihre Forderungen nach Gleichberechtigung zum Gegenstand der Diskussion. Gender-Themen nehmen aber auch in Frauen Netzwerken wie W. I.N ihren Platz ein, dort werden sie face to face diskutiert. Betreffen mich diese Themen eigentlich auch, wenn Job, Karriere und Kinder irgendwie schon funktionieren? – Die Antwort ist Ja!

Noch immer gibt es viele Barrieren in der Gesellschaft und damit im Außen, die abgebaut werden müssen. Zugleich sollte frau aber auch dafür sensibilisiert werden, dass sie ebenfalls ein Produkt unserer Kultur ist und selbst meistens Rollenbilder und Glaubenssätze verinnerlicht hat, die ihr im Weg stehen.

Rollenbilder, innere Überzeugungen und Chancengleichheit

Frauen sind stark, mutig, bewegen viel und dürfen Alles – so scheint es.

Tatsächlich sind wir von wahrer Gleichberechtigung noch sehr weit entfernt. Möglichkeiten Mutterschaft und Karriere zu vereinen ist keine Selbstverständlichkeit, sondern werden von Unternehmen als außergewöhnlich und besonders dargestellt – ein Alleinstellungsmerkmal? Die Antwort ist Ja!

Denn die überwiegende Anzahl von Firmen muss erst noch erkennen, dass auch sie gefordert sind eine Struktur zu schaffen, die es möglich macht Familie und Beruf gut miteinander vereinbaren zu können.

Der Karriereknick kommt oftmals mit den Kindern und Frauen verdienen im entsprechenden Alter weniger als Männer, auch wenn sie gar keine Kinder haben, nur weil das „Risiko Mutterschaft“ besteht.

Entweder Frauen bekommen bestimmte Positionen im Unternehmen gar nicht erst angeboten oder sie verdienen im entsprechenden Alter weniger als Männer, obwohl sie gar keine Kinder haben. Diversität und Chancengleichheit ist vielleicht in aller Munde, jedoch noch nicht in der Führungsetage vieler Unternehmen angekommen, wie auch derWoman in Work Index2015 bestätigt.

Aber auch frau selbst muss an ihren Überzeugungen arbeiten. Female Millenials, also die Generation der Frauen, die zwischen 1981 und 1998 oder 1991 und 2001 geboren wurden, sind so gut ausgebildet wie keine der vorangegangen Frauengeneration. Sie wollen weder auf Kinder, noch auf eine Karriere verzichten. Dennoch geben die Frauen dieser Generation, im Gegensatz zu gleichaltrigen männlichen Vertretern der Millenials,weniger häufig an, eine Führungsrolle für sich beanspruchen zu wollen oder gar eine „Führungspersönlichkeit“ darzustellen.

Sie beschreiben sich auch weniger häufig als „Visionärin“, „selbstsicher“ sowie „risikobereit“.

Angesichts derart ungleicher Selbsteinschätzung als „Führungspersönlichkeit“, wird eine von Männern dominierte Führungsetage verständlicher. Bewusstsein über die eigenen, auch „hausgemachten“ Dispositionen, können die Weichen, schon vor dem eigentlichen Berufseinstieg, neu ausrichten.

Wenn ein Vorgesetzter einer Top Mitarbeiterin und Führungskraft vorwirft sie sei nicht genug Frau Frau, fragen wir uns zwar was genau wir darunter überhaupt zu verstehen haben, doch fallen derlei Aussagen leider viel zu oft auf fruchtbaren Boden, denn der sind wir selbst, wenn wir Frauen die Muster unserer Gesellschaft annehmen und sogar reproduzieren.

Frauen, die sich klar und stark positionieren werden als störend empfunden, auch aus den eigenen Reihen! Weibliche Führungskräfte, die klare Ansagen machen und sich durchsetzen gelten schnell als zickig oder werden mit despektierlichen Urteilen wie „Mannsweib“ sozial sanktioniert.

Eine Studie, die 2008 unter PfadfinderInnen durchgeführt wurde enthüllt, dass bereits junge Mädchen sich über soziale Konsequenzen Gedanken machten, sobald sie sich um eine Führungsposition bemühen. Sie gaben an Angst davor zu haben ausgelacht oder geärgert zu werden oder vor den Gleichaltrigen als herrschsüchtig zu gelten.

Da wir alle unser inneres Kind ein Leben lang bei uns tragen, bleibt die Angst vor sozialen Konsequenzen auch im Erwachsenenalter bestehen. Wir sind darauf gepolt und als Säuglinge davon abhängig, angenommen und geliebt zu werden und richten unser Verhalten darauf aus, diese Reaktion in unserem Umfeld zu erwirken. Kleinkinder werden bereits durch Rollen in Märchen und Geschichten, wie auch durch Kosenamen geschlechterspezifisch geprägt. Auch heute noch und auch, wenn Eltern und Umfeld sich bemühen dies zu reduzieren. Sozial angebrachtes Verhalten zu erlernen ist wichtig, eine Übertreibung dessen in Form von Angepasstheit kann ein lebenslanges Hindernis sein.  Das was wir als Kinder tun um dazuzugehören, schießt uns als Erwachsene oftmals ins Aus. So weisen nicht nur Männer Frauen in die Schranken, sondern Frauen auch sich selbst.

Fragen wie „Bin ich gut genug?“, „Kann ich das?“ „Darf ich das?“ hemmen viele Frauen in der Umsetzung ihrer Visionen.

Die unlösbare Aufgabe es jedem da draußen Recht machen zu wollen, reicht bis in die Sphäre des Kleiderschranks. Sogar oder gerade viele Topmanagerinnen vollziehen hier einen täglichen inneren Drahtseilakt zwischen ihrem Anspruch an Ästhetik und ihrer Angst vor negativer sozialer Beurteilung. Zugeknöpft oder zu viel weibliche Reize – wie frau es auch macht, werden Signale gewittert, und gewertet.

Die Angst vor negativer sozialer Beurteilung raubt kognitive Ressourcen.

(vgl. Schmader und Beilock 2012)

Unconscious Bias

Gesellschaftliche Muster die wir alle, Männer als auch Frauen, verinnerlicht haben, prägen unsere Erwartungen und Vorstellungen bestimmter Gruppenmitglieder.

Diese Erwartungen formen stereotype Geschlechterrollen, die Frauen in ihrer Karriereentwicklung behindern. In der Psychologie wird dieses Phänomen unter dem Begriff „Unconscious Bias“ zusammengefasst.

Bias sind kognitive Wahrnehmungsverzerrungen, darunter fallen auch Vorurteile.

Sie gilt es zu überwinden um insbesondere Frauen einen Karrierepfad zu öffnen, der keinem Hindernisparcours gleicht. Vorgesetze, Kollegen, der Partner, Kinder, Freunde – sie alle unterliegen der Falle der unbewussten Wahrnehmungsverzerrung. Es ist also gar nicht so einfach dem „Unconscious Bias“ auf die Spur zu kommen, Hindernisse zu entdecken, zu lernen ihnen entgegenzuwirken und als Frau diesen Anspruch auch an ihr Umfeld zu stellen.

Erfolgreich ICH sein

Wie soll frau mit diesen Herausforderungen umgehen? Mehr wie ein Mann sein? Sich im Anzug mit tiefer Stimme und kurzen Haaren präsentieren? Sogenannte männliche Qualitäten kultivieren? Gibt es eine Musterlösung?

Weder das eine noch das andere führt zu langfristigen Erfolgen und einem selbstbestimmten Leben!

Dabei ist der Begriff „Erfolg“ zunächst zu definieren.

Ist damit gemeint Etappenziele zu erreichen, finanziellen Wohlstand aufzubauen oder eine bestimmte Position zu bekleiden?

Bedeutet Erfolg nicht auch mit sich und seinen Werten im Einklang zu stehen?

Erfolg ist etwas, das ebenso individuell zu definieren ist, wie die Entwicklungsschritte, die dorthin führen. Frau darf „weiblich“ sein, muss es aber nicht! Jede Frau ist anders und will andere Dinge.

Das Recht auf die Verwirklichung der eigenen Ziele zu erkennen ist der erste Schritt zu selbstbestimmter Entwicklung.

Sich selber anzunehmen mit all den Mustern, Wünschen, Ängsten, Hindernissen und Ressourcen, kurz Selbstakzeptanz zu kultivieren ist der entscheidende zweite Schritt.

Muster zu erkennen und ihnen bewusst entgegenzuwirken durch die Definition von ganz individuellen und dadurch umsetzbaren Lösungsschritten ist der dritte Schritt.

Es beginnt mit den richtigen Fragen: Wer hat mich geprägt? Wem möchte ich gefallen? Als Kind und heute? Welche „Gesetze“ habe ich verinnerlicht? Was treibt mich an? Wen darf ich nicht überholen? Was kann ich mir selbst nicht erlauben? Was brauche ich um mich zu entwickeln?

Die Antworten sind oftmals simpel, aber niemals oberflächlich!

Die Matrix bewusster Entwicklung

Bewusste Entwicklung entsteht immer in der Synergie von innen und außen.

Wenn wir uns in unserem Sein unreflektiert von äußeren Umständen beeinflussen lassen, sind wir fremdbestimmt. Wenn wir verstehen, inwiefern unser inneres Sein bestimmt, wie wir die Außenwelt wahrnehmen und auf sie einwirken können, dann erkennen wir das riesige Potenzial, das in uns schlummert!

Um lebendige, bewusste Veränderung zu bewirken braucht es vor allem   Erkenntnis, Motivation und Aufmerksamkeit, die im Zusammenspiel von Introspektive und der Betrachtung der Situation im Außen ihre Wirkung entfalten. Dieser Prozess ist nicht linear zu verstehen, sondern als Zirkel ohne Anfang oder Ende. Darauf basiert das NICISA PRINZIP.

Einfacher gesagt:
Fangen wir an uns selbst in unserer Haltung und Wahrnehmung zu verändern, verändert sich auch um uns herum Vieles.

Es entsteht Klarheit über unsere eigenen Muster und ihren Einfluss auf Situationen und Beziehungen, was uns motiviert Veränderung zu schaffen.

Zudem sind wir in der Lage auch unsere Mitmenschen auf dieser spannenden Reise mitzunehmen. Dinge werden anders, Strukturen verändern sich und werden mehr Diversität in Gesellschaft und Unternehmen zulassen. Dies ermöglicht neue Perspektiven und erlaubt neuen VisionäreInnen ihre Geburtsstunde zu erleben.

Es gibt also viel zu tun und in unserem Workshop EMPOWERME packen wir es an!

Empowerment mit dem NICISA PRINZIP

Basierend auf unseren persönlichen Erfahrungen und der Arbeit mit Frauen in Seminaren und Coachings haben wir das NICISA-Prinzip konzipiert, mit dem wir gemeinsam weibliche Persönlichkeiten zum Strahlen bringen möchten.

Unser Ziel ist es mit Euch Wege zur individuellen Veränderung zu entdecken und Weichen für Euren persönlichen Kurs in Richtung „Entwicklung“ zu stellen.

Unsere Vision ist es, dass mehr Frauen in der Corporate World sich in starken beruflichen Netzwerken wie W.I.N. zusammenfinden, wie auch in kleinen Peer Groups im privaten und beruflichen Umfeld für täglichen Support. Wir glauben, wie einst Jeremy Bentheim (1), an die größte Kraft der größten Zahl.

Die Stationen unserer Reise führen uns zunächst zum „Unconscious Bias“, um Euch die Möglichkeiten zu geben bei auch selbst anzulanden und Barrieren zu entdecken.

Ihr erhaltet Gelegenheit wahrgenommene Hindernisse mit uns zu teilen, damit wir Euch mit dem entsprechenden Rüstzeug ausstatten können, innere Konflikte aufzulösen und hinderlichen Glaubenssätzen entgegenzuwirken. Gemeinsam stellen wir uns dann auf die Barrikaden und überwinden sie. Diese neue Perspektive wird Euch in die Lage versetzten Eure Ziele auszumachen. Die innere Säule ist gestärkt und Eure äußere Souveränität wird dadurch geW.I.N.nen!

(1) Jeremy Bentheimforderte als Begründer des Utilitarismus im 19. Jahrhundert, dass die Menschen „das größtmögliche Maß an Glück“ anstreben sollten. Das größtmögliche Glück ist dann erreicht, wenn die größtmögliche Anzahl an Menschen, das größtmögliche Glück erreicht.

Weiterführende Literatur:
Goux, Darshan (2012): Millenials in the Workplace. Bentley University, Center for Women and Business
Girl Scout Research Institute (2008): Change it up! What Girls say about Redefining Leadership. New York
Pricewaterhouse Coopers (2015): The female millenial: A new era of talent
Pricewaterhouse Coopers (2015): Women in Work Index

Nicola Hemshorn
Systemischer Coach
Kommunikationspsychologische Beraterin
Moderatorin
http://hemshorn.com/

Isabelle Sadowsky
Studium der Ethnologie & Psychologie
Hypnocoach

2019-02-01T20:01:39+00:00

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